Diskurstrainings

Diskurstrainings
.…stärken Führungskräfte ebenso wie MitarbeiterInnen. Sie sind die beste Basis für erfolgreiche Meetings, da sie zu soliden und damit belastbaren Entscheidungen führen. Darüber hinaus stärken sie langfristig die Reflexionsfähigkeit aller Teilnehmenden und festigen Vertrauen und Motivation. Denn: Ein echter Diskurs läuft immer auf Augenhöhe. Alle Teilnehmenden sind gleichberechtigt und folgen denselben Prinzipien. Methodisch verwenden wir Elemente der sokratischen Gesprächsführung und der Diskursethik von Habermas, in Verbindung mit modernen Tools der Gesprächsführung.
DISKURSTRAININGS
Diskurse sind mehr als Diskussionen. Sie sind dann wichtig, wenn es um mehr als den reinen Austausch von Meinungen geht. Also: Wenn wirklich gemeinsames Denken erforderlich ist.
Kernziel eines qualitativ hochwertigen Diskurses ist es, dass die Teilnehmenden Einsichten gewinnen. Einsicht verläuft auf einer ganz anderen Ebene als Kenntnis oder Wissen, das durch andere weitergegeben wird. Einsicht lässt sich nur reflektierend bei sich selber finden.
Treibende Kraft dafür ist die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen – also dem Prinzip: „Walk in someone else’s shoes“ zu folgen.
Bei einem Diskurs geht es ganz bewusst auch um Perspektivenwechsel. Also: Gemeinsam zu reflektieren und damit zu belastbaren Erkenntnissen zu kommen, denen alle Gesprächsteilnehmenden zustimmen können. Klare Diskursregeln fördern diesen Prozess.
Diskurse sind daher regelgeleitet. Sie folgen einem bestimmten Ablauf und unterliegen fixen Prinzipien und Regeln. So sind jedenfalls die fünf „Diskurs-Tugenden“ einzuhalten:
- Freundlichkeit
- Geduld
- Kritische Toleranz
- Fähigkeit zur Selbstreflexion
- Argumentationsdisziplin
Zu den bewährten Schritten des sokratischen Diskurses zählen
(Detailablauf wird je nach Situation und Fragestellung adaptiert):
- Beispiele sammeln
- klären und verstehen
- abstrahieren
- Konsens finden
- Feedback geben.
Grundregeln:
- Das Diskussionsthema festlegen und in einer klaren Frage fassen
- Selber denken statt Kenntnisse anderer zu übernehmen
- Miteinander reden statt Positionen zu beziehen
- Konkret und erfahrungsbezogen urteilen statt abstrakt definieren
- Gedanken vertiefen und untersuchen statt bloß Meinungen austauschen
- Wahrheitsorientiert denken
WAS BRINGT EIN DISKURS?
Diskurse wirken weit über das Gespräch nach. Die Teilnehmenden werden dadurch auch im Alltag bewusstere Gesprächspartner. Sie hören genauer hin und lernen es, Phrasen zu hinterfragen, Schlagworte zu durchschauen und sich nicht auf Dogmas oder vorgefasste Positionen einzulassen.
Ein Diskurs ist de facto eine Übung im Nachdenken und kann damit zur Orientierungshilfe werden – im Berufsleben ebenso wie im Privaten. Gemeinsames Nachdenken führt zu verbindlichen Urteilen. Damit tragen Diskurse auch zur allgemeinen Versachlichung von emotionalen Themen und Inhalten bei.
Im Mittelpunkt des Diskurses stehen der Erkenntnisgewinn, das selbstständige Denken und Argumentieren und das Zulassen und Einnehmen von anderen Perspektiven. Das fördert die eigene Urteilsbildung und schweißt Teams zusammen, da auch das Verständnis für andere Positionen und Ansichten steigt.
FÜR WELCHE THEMEN SIND DISKURSE SINNVOLL?
Jedes Thema, das mit Hilfe von Reflexion und auf Basis der Erfahrungen der Gesprächsteilnehmenden erörtert werden kann, lässt sich diskursiv behandeln. Fragen, für deren Beantwortung man Mittel wie z.B. Experimente oder Befragungen benötigt, sind nicht geeignet.
Bei einem machtfreien Diskurs ist nicht das Ziel, eine der bereits bestehenden Meinungen gegen andere durchsetzen. Es geht darum, eine gemeinsame Auffassung zu erarbeiten, mit der alle Teilnehmenden Einsichten verbinden können, die ihnen allein nicht zugänglich gewesen wären. Dies erfordert Unabhängigkeit des Denkens, Mut, Bereitschaft zur Selbstreflexion und zur produktiven Auseinandersetzung mit anderen Positionen.
Voraussetzungen:
- Es sind keine philosophischen Vorkenntnisse erforderlich, jeder vernunftbegabte Mensch kann teilnehmen
- Zentral ist die Bereitschaft, sich auf diese Methode mit den Kräften des eigenen Verstandes einzulassen.
- Alle Teilnehmenden sind gleichberechtigt.
- Alle Teilnehmenden sind zur Begründung ihrer Aussagen verpflichtet.
- Alle Teilnehmenden diskutieren mit; beobachten alleine geht nicht.
- Aus Alltagsurteilen werden die dahinter liegenden Grundsätze gewonnen („regressive Abstraktion“)
- Alle Teilnehmenden streben nach Wahrheit.
- Der angestrebte Konsens gilt als Indiz für eine „wahre“ Aussage.
Unterschiede zu alltäglichen Diskussionen:
Es geht NICHT darum,
- Dogmen und Positionen auszutauschen,
- eigene Ansichten durchzusetzen,
- anderen die Stirn zu bieten,
- mit Wissen zu glänzen,
- andere kleinzureden
Merkmale:
- Wir denken selber nach (keine Fachliteratur oder ‚Autoritäten‘)
- Wir argumentieren miteinander, um zu überzeugen und uns überzeugen zu lassen
- Wir beziehen uns auf konkrete Erfahrungen (keine allgemeine Begriffsdefinition)
- Wir denken sachlich, systematisch und wahrheitsorientiert
Die Basis: ZUHÖREN – ZUHÖREN – ZUHÖREN
Quellen und weiterführende Literatur:
Habermas, J. (1981): „Theorie des kommunikativen Handelns“, 8. Aufl., Suhrkamp
Krohn, D. / Neißer, B./ Walter, N. (Hg.) (1996): Sokratisches Philosophieren, Bd. III: Diskurstheorie und Sokratisches Gespräch. Frankfurt a. M.
https://www.prinzip-wirksamkeit.de/was-ist-ein-sokratisches-gespraech/ (download: 21.1.2026)
https://sowi-online.de/praxis/methode/sokratische_gespraech_eine_methode_diskursiven_begriffsklaerung.html (download: 21.1.2026)