Nachhaltigkeitsberichte: Chance für alle

Von Gabriele Faber-Wiener

Es ist schon lästig: Jetzt müssen Unternehmen nicht nur ihre Zahlen offenlegen sondern auch ihren Zugang zu Verantwortung und Nachhaltigkeit skizzieren. Das fordert die EU ab dem Berichtsjahr 2017. Es wird ein Muss für große, börsenotierte Unternehmen über 500 MitarbeiterInnen, aber im Zuge dessen auch immer mehr für deren Zulieferer, von denen detaillierte Informationen verlangt werden. Doch ist es wirklich nur lästig? Unsere Erfahrung ist das Gegenteil.

In Wahrheit ist jeder Bericht eine Chance: für neue Erkenntnisse und damit für Innovation die Unternehmen heute brauchen wie einen Bissen Brot. Und – damit eng verbunden – es ist eine einzigartige Chance für eine bessere Beziehung zu den MitarbeiterInnnen.

Die wichtigste Voraussetzung für einen gelungenen Bericht ist dabei nicht unbedingt ein riesiges Budget – sondern der Wille zu einer ehrlichen Standortbestimmung und echter Reflexion. Und genau das ist Ethik. Das Know-how dafür ist in den meisten Unternehmen vorhanden und sollte unserer Meinung nach auch nicht an Berater ausgelagert werden. Oft reicht ein Coaching für die Prozessverantwortlichen im Unternehmen, denn sie haben es alles andere als leicht.

Zu oft werden sie von der Führungsspitze alleingelassen, mit dem Auftrag: Mach uns einen schönen Bericht, aber lass uns bis dahin bitte in Ruhe. Das führt dann zwar zu optisch schönen Ergebnissen, aber die oben angesprochene Chance ist damit vertan. CSR- bzw. Berichtsverantwortliche sind keine Erfüllungsgehilfen sondern Korrektive nach innen – ihre Aufgabe ist es, unbequem zu sein. Daher sehen wir auch die Hauptaufgabe von BeraterInnen immer weniger darin, Fachwissen zu vermitteln geschweige denn den Bericht zu „übernehmen“, sondern Mut zu machen, anzustacheln, zu hinterfragen – kurz: Kritischer Spiegel, Motivator und Prellbock zu sein.

Und genau das tun wir.