Das Prinzip Verantwortung

Beitrag von Gabriele Faber-Wiener

Es ist ein kleines Wort: Verantwortung. Im Unternehmensumfeld – aus oft verständlichen Gründen – ist dieses Wort ungeliebt und wird gerne durch andere Begriffe umschifft. Dabei ist Verantwortung etwas ganz Spannendes. Es ist einerseits eines der wenigen weltweiten universellen ethischen Prinzipien die wir Menschen haben – ob ich will oder nicht, egal wie die Gesetzeslage ist oder die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen: Verantwortung habe ich einfach – als Mensch und als Führungskraft.

Verantwortung ist noch aus einem zweiten Grund spannend: Es ist ein sogenanntes duales Prinzip, bestehend aus Haltung und Handlung. Dies sind zwei Seiten einer Münze, die untrennbar miteinander verbunden sind. Haltung bedeutet die richtige Einstellung, die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme, die Bereitschaft, auch mal auf meine Machtstellung zu verzichten und meine Position zu hinterfragen. Die Handlung ergibt sich daraus, in Form von Prozessen und Instrumenten die in Unternehmen umgesetzt werden.

Leider ist gerade bei vielen Aktivitäten unter dem Titel Corporate Social Responsibility oder CSR oft nur mehr die Handlung im Mittelpunkt, ohne die Haltung zu überdenken. Das mündet dann in einen Aktionismus aus unzähligen Projekten die Unternehmen starten, ohne sich aber mit dem zu befassen was zum Beispiel die EU als CSR definiert: Nämlich Verantwortung für die Auswirkungen des Unternehmens auf die Gesellschaft zu übernehmen, und das heißt automatisch Reflexion über mein Kerngeschäft.

Wenn ich das ernsthaft mache und auch andere einbeziehe, dann handle ich nicht nur verantwortungsvoll, sondern ich komme zu anderen, neuen Ideen und damit mehr Chancen für mein Business. Doch tue ich das erste nicht, dann wird das zweite zur Farce und zum Greenwashing – und damit zum Risiko für alle.