CSR als Wohlfühlprogramm?

Eine (zugegeben) kritische Replik von Gabriele Faber-Wiener

Vor kurzem wurde das Österreichische CSR-Jahrbuch präsentiert. Wie immer in Form einer Abendveranstaltung vor einer großen Reihe von CSR-ExpertInnen und -Unternehmen, gespickt mit Vertretern der öffentlichen Stellen.

Fazit: Das Jahrbuch selber wird immer besser, umfangreicher und pointierter – und ab sofort auch durch eine Website ergänzt, incl. Suchfunktion zu den erwähnten Unternehmen. Doch – und das sagte Herausgeber Fembek selbst: CSR und somit auch das Jahrbuch ist an einer gläsernen Decke angelangt – jetzt geht es um Weiterentwicklung, dh es geht  langsam aber sicher ans Eingemachte, nämlich darum wie Unternehmen Entscheidungen treffen, wie sie wirtschaften und welche Relevanz nicht-ökonomische Werte wirklich im daily business haben.

Die Antworten der anwesenden Politiker?

Nichts was auch nur annähernd greifbar wäre – und das nach dem Versprechen von Bundesminister Andrä Rupprechter vom Vorjahr, wo er mir – vermutlich auch im Überschwang nach seinem Amtsantritt – am Podium vor allen Gästen, ganz tirolerisch per Handschlag, ein Versprechen gegeben hat: Nämlich dass der Österreichische CSR-Aktionsplan binnen eines Jahres angegangen und umgesetzt werde. Davon war diesmal keine Rede, im Gegenteil: je länger die Rede,  desto unkonkreter wurden die Aussagen.

Was ist davon zu halten? Können wir mit positiven Überraschungen rechnen oder heisst das soviel wie: Belassen wir CSR dort wo es derzeit in Österreich gern gesehen wird  – als schöne Gelegenheit zum Networken, Plaudern, unverbindlich lächeln und uns gegenseitig auf die Schulter zu klopfen. Ich bleibe – vorsichtig – optimistisch. Vielleicht kommen wir ja doch wieder dort hin wo wir mal waren und tun das was wir – eigentlich – gut können: Nämlich „First Mover“ zu sein und das auch als Vorteil zu nutzen.

CSR Jahrbuch 2015 Diskussion